Flugblatt

Heute ist aus aktuellem Anlass unser neues Flugblatt Nr. 105 erschienen. Aus dem Inhalt:

  • – Klipp und klar: Diesen Kapitulationsvertrag braucht niemand (außer der Geschäftsleitung) …
  • – Was sagen Kollegen zum „Verhandlungsergebnis“?
  • – Jetzt mal Klartext: Das „Verhandlungsergebnis“ im Fakten-Check!
  • – Wie soll es jetzt weitergehen?

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IAC

Internationale Automobilarbeiterkoordinierung

Internationaler Informationsbrief General Motors / Stellantis Nr. 21 – September 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Unser letzter Infobrief im März bekam sehr gute internationale Resonanz, mit Rückmeldungen aus Deutschland, Italien, Australien, Marokko, Frankreich, Polen und Mexico. Zwei italienische Webseiten haben ihn veröffentlicht, in Brasilien und Mexico wurde er weiter verbreitet. In Australien wurde er zusammen mit einem Vorwort abgedruckt, in dem entlassene Automobilarbeiter berichten, wie sie ihren Erfahrungsschatz im Arbeitskampf in ihre neuen Jobs mitgenommen haben. Super! Diese positive Entwicklung in Verbindung mit den Aktionstagen, die in den letzten Monaten stattfanden (siehe unten) zeigt, dass es ein großes Bedürfnis nach Koordinierung der Kämpfe über die Betriebsmauern und Ländergrenzen hinweg gibt! Es war ein wichtiges Signal, den Aufruf der italienischen Kollegen zum Aktionstag am 01. April mit dem letzten Infobrief bekannt zu machen. Die Betriebsratsliste Offensiv machte an dem Tag eine Toraktion in Bochum / Deutschland. All das sind kleine, aber bedeutsame Schritte der praktischen Koordinierung und Kooperation der internationalen Arbeiterkämpfe. Unsere Verbindung untereinander wurde enger.

Wir beglückwünschen die verletzten Kolleginnen und Kollegen in Bogota / Kolumbien, die vor dem Verfassungsgerichtshof von Kolumbien die Wiedereinstellung von 20 entlassenen Kollegen durch General Motors erreicht haben. Das ist vor allem der Erfolg des historischen Kampfes ihrer Organisation ASOTRECOL, die jetzt seit über zehn Jahren ihre Mahnwache im Zelt vor der US-Botschaft aufrechterhalten haben!

Wir beglückwünschen genauso die Kolleginnen und Kollegen des GM-Werkes Silao in Mexico, die bei 6.500 Beschäftigten mit 3214 zu 2623 Stimmen einen Tarifvertrag ablehnten, der Niedriglöhne, schlechte Arbeitssicherheit und fehlende Covid-19 – Schutzmaßnahmen beinhaltete. Da der schlechte Tarifvertrag unter Verantwortung der größten Gewerkschaft CTM zustande gekommen war, haben die Kolleginnen und Kollegen eine neue, unabhängige Gewerkschaft gegründet mit Namen SINTTIA. Wir gratulieren auch dazu, dass mit Maria Alejandra Morales Reynoso erstmals eine Frau an der Spitze einer Gewerkschaft in Mexico steht.

Im Brennpunkt der betrieblichen Auseinandersetzung in den letzten Monaten steht nach der Fusion von PSA und Fiat zu ‚Stellantis‘ die verstärkte Ausbeutungsoffensive, bei General Motors vor allem die Arbeitsplatzvernichtung. Stellantis-Chef Tavarez steigert die Angriffe auf die Belegschaft. Sie haben ihren Ursprung in der verschärften Rivalität im internationalen Konkurrenzkampf in der Automobilindustrie und dem Drang nach Maximalprofit der Automonopole. Die schwersten Angriffe kamen in den letzten Wochen auf die Arbeitszeit, mit dem Vorstoß zur 84-Stundenwoche in Sterling Heights / Detroit und mit Verhandlungen durch Opel mit der IG-Metall in Deutschland zur weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Die Ankündigung, dass die Fusion zu einem jährlichen „Synergieeffekt“ von fünf Milliarden Dollar führen soll, lässt keine Zweifel zu, dass weitere Angriffe auf Arbeitsplätze, Löhne und Arbeitsbedingungen zu erwarten sind. Die Herrschenden werden auf jeden Fall versuchen, die Krisenlasten noch verstärkt auf uns Arbeiter, unsere Familien und die breiten Massen abzuwälzen, auch wenn in Deutschland momentan noch die krisendämpfenden Maßnahmen wie die Kurzarbeit im Vordergrund stehen. Weltweit führen fehlende Chips zu Produktionsstopps. GM muss z.B. im September acht nordamerikanische Werke zeitweise anhalten.

Die Welt wird erschüttert durch die Wechselwirkung wirtschaftlicher, politischer, ökologischer, ideologischer, gesundheitlicher und sozialer Krisen, bis zu gesamtgesellschaftlichen Krisen verschiedener Länder. Die Corona-Pandemie entwickelt sich immer noch in vielen Ländern der Welt unkontrolliert. Weltweit gab es nach offiziellen Angaben bisher über 220 Millionen Corona-Infizierte und über 4,5 Millionen Corona-Tote.Indien (33 Mio. Infizierte), Brasilien (20 Mio. Infizierte), der Iran (5 Mio. Infizierte) sowie Malaysia, Japan, Türkei, MexiKo, Indonesien und Thailand haben sich neben den USA zu Hot-Spots entwickelt. In Indien sind bisher 440.000 Menschen an dem Corona-Virus gestorben, in Brasilien sind es über 580.000. In Michigan/USA musste die Autoproduktion eingeschränkt werden, weil 10% der Beschäftigten in Quarantäne mussten.

Täglich sterben bis zu 10.000 Menschen an Cocid-19, besonders weil die armen Länder viel zu wenig Impfstoff bekommen. Mit außerordentlicher Schnelligkeit wurden verschiedene brauchbare Impfstoffe entwickelt. Aber die großen Monopole der Pharma-Industrie und die Regierungen, die ihnen zu Diensten sind, verweigern aus Profitgründen die Freigabe der Patente.

Gleichzeitig nimmt die Kriegsgefahr zu und Umweltkatastrophen häufen sich: Hitze und Waldbrände auf der einen Seite, Überschwemmungen auf der anderen Seite. Die Jahre 2020 und 2021 wurden zum Offenbarungseid für die Unfähigkeit des Imperialismus, auch nur ein einziges der Menschheitsprobleme zu lösen.

Aus den Werken:

Solidarität mit unseren Kollegen in Indien ist gefragt: General Motors hat in seinem Werk Talegaon in der Nähe von Pune am 12. Juli alle 1.086 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten entlassen, nachdem sie das angebotene „Freiwillige Abfindungsprogramm“ nicht angenommen hatten. General Motors ist dabei, das Werk an Great Wall Motors, ein chinesisches Monopol, zu verkaufen und hat die Produktion eingestellt. Die Beschäftigten weigerten sich, das aufgezwungene Angebot anzunehmen. Sie sind in der General Motors India Employees Union organisiert, die der IndustriALL Global Union-Mitgliedsorganisation Shramik Ekta Mahasangh (SEM) angehört. Vertreter der Gewerkschaft haben an der Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika teilgenommen. Bereits im April hatte GM 1419 Beschäftigte entlassen, wogegen die Gewerkschaft geklagt hat. Wir bitten dringend um Solidaritätserklärungen zur Weiterleitung über icog@iawc.info

Deutschland: Unsere Kollegen bei Opel in Eisenach sollen weiter mit Schichtverlängerungen, Samstags Früh- und Spätschicht ausgepresst werden. Ganz flexibel, wie PSA es gerade passt. Es wurde schon eine Sechs-Tage-Woche vereinbart. Auch in Rüsselsheim soll es zu so einer Vereinbarung kommen. Am 26. Mai gab es einen Aktionstag der IG-Metall in Rüsselsheim gegen diese Pläne von Stellantis. Es kamen Delegationen aus Eisenach, Kaiserslautern und Bochum und es wurde deutlich: Wir sind eine Belegschaft und müssen konzernweit zusammenhalten und kämpfen! In Bochum will Stellantis die Kollegen gegen die Kollegen in den französischen und italienischen Zentrallagern ausspielen, zum Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und zu Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich erpressen. Wir reden hier nicht über einen notleidenden Betrieb. Um seine Aktionäre noch reicher zu machen und VW und Toyota den Krieg zu erklären, wollen sie die Konkurrenz weiter verschärfen. In Rüsselsheim hat sich der Psychoterror und die Mobbingmethoden der Geschäftsführung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen verschärft. Schon seit geraumer Zeit wird seitens des Managements erklärt, dass, falls sich nicht genügen Leute ‚freiwillig‘ zum Ausstieg aus dem Unternehmen bereit erklären, auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden.

In Frankreich rief die Gewerkschaft CGT die Kollegen von Stellantis, Renault und Zulieferbetrieben für den 22. Juni zum nationalen Streiktag auf gegen die zunehmenden Angriffe auf Arbeitsplätze, Löhne, Arbeitsbedingungen und Rente. Wir haben die Initiative sehr begrüßt und konnten eine Delegation aus Deutschland mobilisieren, die zur Aktion nach Sochaux gefahren ist. Dort haben wir die Arbeit der IAC vorgestellt und es wurde der Geist des konzernweiten Kampfs lebendig. Es konnte ein fester Kontakt von Bochum zum Warenverteilzentrum nach Vesoul/Frankreich aufgebaut werden, was PSA in Konkurrenz zum Warenverteilzentrum Bochum stellen will. Die CGT unterstützt in ganz Frankreich die Forderung nach einer 32-Stundenwoche. Dass unsere französischen Kollegen für die 32-Stundenwoche kämpfen und wir die Forderung nach der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich aufstellen ist die richtige Antwort auf das kapitalistische Krisenchaos. Die Verbundenheit der französischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen wurde mit diesem Aktionstag gestärkt!

Mit den Aktionstagen in Deutschland und Frankreich wurden gegen Stellantis‘ Horrorpläne wichtige Zeichen gesetzt und die internationale Solidarität gestärkt. Wir Arbeiter sprechen dieselbe Sprache, weil wir die gleichen Interessen haben. Die Notwendigkeit von internationalen Kampftagen muss weiter in den Belegschaften und Gewerkschaften diskutiert werden. Unsere Stärke liegt im gemeinsamen, länderübergreifenden Kampf und nicht darin, sich gegenseitig zu unterbieten!

In Mexico hat GM angekündigt 1 Milliarde US-Dollar in den Bau einer neuen E-Fabrik zu investieren. Kurz nach der Verkündung ging die Kritik aus den USA los, führend die Gewerkschaftsführung der UAW (United Auto Workers), warum GM in Mexico und nicht in den USA investiert. Ein solches Ausspielen der Arbeiter aus den USA gegenüber denen aus Mexico ist schädlich! Es fördert die sozialchauvinistische Hetze von Faschisten wie Trump, die in der Arbeiterklasse nationalistische Spaltung schüren. Wir verteidigen unsere Arbeitsplätze, wenden uns aber nie gegen andere Belegschaften oder Nationalitäten.

Ähnliche Auseinandersetzungen gibt es auch im Werk von Vauxhall in Ellesmere Port/England. Das Werk soll für 400 Millionen Pfund (466 Mio. Euro) für die Fertigung eines neuen Elektro-Vans umgerüstet werden. Der Astra soll dort nur noch bis 2022 gebaut werden und dann in Rüsselsheim/Deutschland weiter gebaut werden. In Rüsselsheim liefen bereits erste Astra-Rechtslenker vom Band. Hier hat Stellantis den Staat, die Gewerkschaft und die Kollegen mit der Forderung der Übernahme von Investitionskosten durch die Steuerzahler erpresst, sonst würde sich Stellantis von der britischen Insel verabschieden. Jetzt beteiligt sich der britische Staat mit 10 Prozent an den Investitionskosten. Der Gehalt des Sozialchauvinismus ist derselbe: Spaltung und Ausspielen der Arbeiter für nationale Interessen der Monopole. Das sind aber nicht unsere Interessen und der Einfluss des Sozialchauvinismus ist ein ernstes Problem, mit dem wir Arbeiter fertig werden müssen.

Seit Monaten werden Kollegen aus Gliwice/Polen ins Motorenwerk nach Tychy/Polen versetzt oder in Frankreich eingesetzt. Den Kollegen wird gedroht, wenn sie nicht in Frankreich arbeiten wollen, dann sollen sie die Abfindung nehmen.

Seit Stellantis in diesem Jahr durch die Fusion von Fiat Chrysler und der französischen PSA entstanden ist, steht die Produktion in Italien auf dem Prüfstand, weil sie angeblich mehr kostet als anderswo in Europa. Stellantis führt Gespräche mit der italienischen Regierung über den möglichen Bau einer neuen Batteriefabrik (Gigafactory) in Italien. Sie haben bereits zwei Batteriefabrik-Projekte in Frankreich und Deutschland und möchte noch weitere Gigafabriken in Europa und den Vereinigten Staaten noch in diesem Jahr beschließen. Italien ist einer seiner Hauptproduktionsstandorte in Europa.

Letztendlich trifft die Ausbeuteroffensive die Zukunft der Jugend. Ihre Perspektive eines Ausbildungs- und Arbeitsplatzes und einer unbefristeten Übernahme wird geraubt. Dagegen müssen wir uns noch enger zusammenschließen und gemeinsam für unsere Forderungen für die Zukunft der Jugend kämpfen. In Punkt sechs des Kampfprogramm der IAC fordern wir: „Weil wir an die Jugend denken, können wir uns unsere Arbeitsplätze nicht abkaufen lassen und seien die Abfindungen noch so hoch. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz! Zweit- oder drittklassige Löhne untergraben die Zukunft unserer Arbeiterjugend und der neuen Generation. Die Arbeiterjugend ist besonders durch die Rechtlosigkeit durch Leiharbeit und Befristungen betroffen. Wir fordern die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden entsprechend der Ausbildung und die dauerhafte Feststellung von Jungarbeiter*innen! Für ein kostenloses Bildungssystem auf höchstem Niveau!

Wir wollen auch nochmal daran erinnern, dass auf der 2. IAC eine Resolution beschlossen wurde mit dem Auftrag: „(…) Deshalb gibt die 2. IAC die Beratung über die Mitgliedschaft in der antiimperialistischen und antifaschistischen Einheitsfront an die Basis zurück.“

Inzwischen wurde die Gründung dieser Einheitsfront von 500 Organisationen aus 5 Kontinenten am 1. Mai bekanntgegeben. Die ICOG schrieb in ihrem Infobrief vom 1.6.21: „Der IAC wurde nun nochmal gefragt, ob sie in der Einheitsfront und derem Konsultativkomitee mitarbeiten will. Da allerdings auf der 2. IAC nicht die notwendige 80% Mehrheit für die Mitarbeit zustande kam, kann dies auch nicht nachträglich die ICOG beschließen. Die Bewegung der Internationalen Automobilarbeiter*innen ist ein breiter Zusammenschluss mit vielfältigen Kräften, der noch ausgebaut werden soll. Es haben sich aber viele Teilnehmer und teilnehmende Organisationen der IAC für die Mitarbeit in der antiimperialistischen Einheitsfront gemeldet und weitere überlegen es sich. Wir schlagen daher vor, dass sich diese Teilnehmer zu einer Plattform in der IAC zusammenschließen, z.B. als „Plattform antiimperialistische Einheitsfront in der IAC“. Diese kann Teilnehmer der antiimperialistischen und antifaschistischen Einheitsfront werden und sich für die Mitarbeit in deren Konsultativkomitee bewerben. Bitte schreibt uns zurück, was ihr davon haltet und wer in der antiimperialistischen Einheitsfront und in dieser Plattform mitarbeiten möchte.“ (Rückmeldungen bitte direkt an die ICOG).

In den letzten Monaten ist viel passiert und wir konnten den internationalen Zusammenschluss der Arbeiter und die Koordinierung unserer Kämpfe ein gutes Stück vorwärts bringen. Lasst uns gemeinsam daran festhalten, die internationale Solidarität und unseren Zusammenschluss auszubauen. Schickt uns regelmäßige eure Erfahrungsberichte aus den Werken, besonders auch zu den Diskussionen in den Belegschaften und nicht nur bei Kämpfen oder Angriffen. Nur so können wir das gemeinsam verarbeiten und höher entwickeln.

Mit kämpferischen Grüßen,

Frank, Fritz und Verena

Frank, Fritz und Verena

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Solidarität

An unseren Kollegen Anatole Braungart

Zur Kenntnis der Geschäftsleitung Hellma Optik GmbH Jena

Lieber Anatole!

Wir protestieren entschieden gegen Deine politische Kündigung durch die Geschäftsleitung der Hellma Optik GmbH in Jena.

Der Vorgang deiner Kündigung zeigt deutlich auf, wie es um die politische Neutralität in Deutschland steht: Sie existiert nicht. Oder wurde schon jemals ein Kandidat der SPD oder der CDU in diesem Sinne gemaßregelt? Die Verantwortlichen sind durch und durch voreingenommen, wenn sie einen Bundestagskandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD wie Dich mitten im Wahlkampf fristlos kündigen, weil er von seinem demokratischen Recht Gebrauch macht, für sich und seine Positionen zu werben. Wo kommen wir denn hin, wenn Konzernführungen über unsere politische Gesinnung, unsere Weltanschauung entscheiden? Diese antikommunistische Unterdrückung darf und wird keinen Erfolg haben. Wir sichern dir unsere volle Solidarität zu und werden Deinen Fall in Bochum und Umgebung, insbesondere in unserer Gewerkschaftsarbeit, bekannt machen.

Aus der Geschichte lernen wir, dass wir uns von Anfang an konsequent gegen antikommunistische, rassistische, antisemitische und faschistische Spaltung zur Wehr setzen und so einen Angriff gemeinsam zurückschlagen müssen. Man muss selbst kein Kommunist sein um zu erkennen, dass hier Unrecht geschieht.

Wir kennen Dich als einen engagierten und kämpferischen Arbeiter, Gewerkschafter und Revolutionär, der sich mit aller Kraft für die Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung einsetzt. Das hast Du bei uns in Bochum lange Jahre praktisch unter Beweis gestellt in der Unterstützung des Kampfs der Opel-Belegschaft gegen die Werksschließung oder als aktiver Montagsdemonstrant gegen die Hartz-Gesetze.

Wir fordern deine sofortige Wiedereinstellung. Gib Antikommunismus keine Chance!

Mit solidarischen Grüßen

Ute Hickler (Mitglied der Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei ThyssenKrupp Steel Dortmund und Mitglied der Delegiertenversammlung der IG Metall Bochum-Dortmund)

Steffen Reichelt (Mitglied des Betriebsrats der Opel Group Warehousing GmbH Bochum und der IG Metall)

Ulrich Achenbach (Sprecher der Montagsdemonstration in Bochum und Mitglied der IG Metall)

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Solidarität

Liebe Kolleginnen und Kollegen der GdL,

lieber Kollege Claus Weselsky,

als Opelaner, Gewerkschafter der IG Metall und Mitglied des Betriebsrats möchte ich Euch und Eurem Streik, auch im Namen vieler meiner Kolleginnen und Kollegen, solidarische Grüße überbringen. Immer wieder haben meine Kollegen in den letzten Tagen völlig zurecht ihre Zustimmung und Unterstützung Eures Streiks zum Ausdruck gebracht, und dass sie sich ein derart konsequentes Vorgehen auch von ihrer eigenen Gewerkschaft wünschen würden. Gerade angesichts der Milliarden Euro an Staatshilfen für Großkonzerne wie die Deutsche Bahn oder Opel und angesichts der massiven Inflation sind Eure tariflichen Lohnforderungen und der Kampf gegen die Kürzung der Betriebsrenten mehr als gerechtfertigt! Bei uns in der Metall- und Elektroindustrie haben wir die Null-Runden der letzten Jahre zum Anlass genommen, die Forderung nach einem Lohnnachschlag offensiv aufzuwerfen.

Empörend ist dagegen allerdings die Darstellung und Diffamierung Eures Streiks in weiten Teilen der Medien, in denen bislang nicht ein einziges Mal einer von Euch Streikenden zu Wort kam, stattdessen aber der Standpunkt der Konzernführung rund um die Uhr verbreitet wird. Wir selbst kennen diese Art der Medienmanipulation gegen Streiks aus unserer eigenen Erfahrung, wie vor allem aus unserem siebentägigen selbständigen Streik bei Opel in Bochum im Oktober 2004.

Haltet durch und seid Euch gewiss, dass Ihr eine große Mehrheit der Arbeiter und Gewerkschafter hinter Euch habt!

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Reichelt

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Sommerfest

Achtung! Mit der Macht der Gewohnheit hat sich der Fehlerteufel in unsere Einladung eingeschlichen: Seit dem neuen Netzfahrplan wird die Haltestelle Teimannstraße nicht mehr von der Linie 345, sondern von der 379 angefahren.

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Flugblatt

Heute ist unser neues Flugblatt Nr. 104 erschienen. Aus dem Inhalt:

  • Zwei Jahre Erpressung durch Opel-Vorstand vergeblich: Wir verteidigen unseren Tarifvertrag und die 35-Stundenwoche!
  • „Was eure Erpressung angeht, haben wir hier einige Erfahrung …“
  • „Es verliert ja niemand Geld …!“ Ernsthaft?
  • Rechenschaftsbericht über unsere Betriebsratsarbeit

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Solidarität

Wir verurteilen die politisch motivierte, antikommunistische Unterdrückung von Stefan Engel!

Lieber Stefan Engel,

mit Empörung haben wir davon erfahren, dass Du bereits 2018 von der Landespolizeiinspektion Saalfeld (Thüringen) zum „Gefährder“ erklärt und ohne Dein Wissen vom Bundeskriminalamt zur Fahndung ausgeschrieben wurdest. Wir haben außerdem erfahren, dass die Commerzbank erst kürzlich auf dieser Grundlage Dein Privatkonto sowie weitere Konten von Mitgliedern der MLPD gekündigt hat. Das ist eine neue Stufe staatlicher Unterdrückung einer linken, kämpferischen und revolutionären Arbeiterpolitik, die wir entschieden verurteilen!

Die Bochumer Opelaner und gerade wir von OFFENSIV kennen und schätzen Dich als einen unverzichtbaren Freund und Berater, der zu jedem Zeitpunkt unbeirrt und mit aller Kraft den Kampf unserer Belegschaft unterstützt hat – ob bei unseren selbständigen Streiks 2000 und 2004, oder auch danach in den zehn Jahren des Kampfs gegen die Schließung unseres Werks. Wann und wo immer auf der Welt Arbeiter für ihre Rechte kämpfen, gilt der Grundsatz: Wer einen von uns angreift, der greift uns alle an! Dieser Grundsatz gilt auch in Deinem Fall, denn Du bist einer von uns.

Einige von uns haben in den letzten Wochen damit begonnen, sich mit Deinem neuen Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ zu beschäftigen. Wir verstehen daher sehr gut, warum die Herrschenden in ihrer Krise sich zu immer schärferen Maßnahmen der politischen Unterdrückung gezwungen sehen. Verständnis aber haben wir dafür nicht im Geringsten! Auch wir von OFFENSIV haben uns daher im Sommer 2018 an den Protesten gegen das neue, reaktionäre Polizeigesetz in NRW beteiligt unter der Losung „Streikende Arbeiter sind keine Gefährder!“

Unabhängig von der Frage, wie man selbst zu den politischen Positionen von Dir und der MLPD steht: Diese politisch motivierte, antikommunistische Unterdrückung kann kein demokratischer Mensch und kein Gewerkschafter hinnehmen! Auch wir erleben es in den betrieblichen Auseinandersetzungen ständig, wie mit antikommunistischer Hetze gegen einzelne Arbeiter der Kampf einer ganzen Belegschaft um bessere und sozialere Arbeits- und Lebensbedingungen attackiert, gespalten und verhindert werden soll. Darum geht uns diese Frage auch alle an.

Wir wünschen Dir in dieser Auseinandersetzung viel Kraft und einen vollen Erfolg in Deiner Klage gegen die Rädelsführer dieser politischen Hetzkampagne wie Horst Seehofer und Hans Georg Maaßen, die am 3. August vor dem Verwaltungsgericht Meiningen (Thüringen) verhandelt wird!

Glück auf und mit solidarischen Grüßen,

für OFFENSIV (Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel in Bochum)

Steffen Reichelt (Mitglied des Betriebsrats)

Oliver Wähnert (Vertrauensmann der IG Metall)

Marco Gehrmann (Vertrauensmann der IG Metall)

Karl-Heinz Wittmann (Vertrauensmann der IG Metall)

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Solidarität

Unsere Solidarität muss stärker sein als Stellantis´ Erpressung!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzliche und solidarische Grüße aus dem Zentralen Ersatzteilelager von Opel in Bochum an den heutigen Aktionstag in Rüsselsheim! Das ist eine richte Antwort auf die immer offenere und unverschämtere Erpressung der ganzen Konzernbelegschaft durch Stellantis, PSA und Opel. Tausende Arbeitsplätze haben sie allein in den deutschen Opel-Werken vernichtet und unsere Löhne gekürzt, und nennen das dann „Zukunftssicherung“! In Bochum will uns Stellantis gegen unsere Kollegen in den französischen und italienischen Zentrallagern ausspielen, uns zum Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und zu Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich erpressen. Wir reden hier nicht über einen notleidenden Betrieb: Als viertgrößter Autokonzern der Welt hat Stellantis mitten in der aktuellen Weltwirtschafts- und Finanzkrise Rekordprofite aus uns herausgepresst. Um seine Aktionäre noch reicher zu machen und VW und Toyota den Krieg zu erklären, wollen sie das weiter verschärfen. Dem müssen wir Arbeiter, Angestellte und Auszubildende entschlossen entgegentreten!

Unsere IG Metall als eine der größten Einzelgewerkschaften der Welt hat die nötige Schlagkraft und Ausdauer, um auch gegen einen Monopolkonzern wie Stellantis zu bestehen. Aber damit wir unsere Arbeiterinteressen durchsetzen können, darf in den deutschen und auch den internationalen Standorten und Werken kein Blatt Papier zwischen uns passen. Damit wir uns durchsetzen können, kann dieser Aktionstag, an dem wir uns gerne auch aktiv beteiligt hätten, nur ein erster Schritt sein. Wir Bochumer werden nie den weltweiten Aktionstag am 19. Oktober 2004 vergessen, als Opel- und GM-Arbeiter in fünfzehn Ländern zu Zehntausenden auf die Straße gingen. Er war damals der Höhepunkt unseres siebentägigen selbständigen Streiks, mit dem wir die Schließung der Fahrzeugfertigung in Bochum für zehn Jahre verhinderten. Wir haben damals gelernt: Wer kämpft, der bekommt auch Solidarität!

In diesem Sinne wünschen wir dem heutigen Aktionstag einen vollen Erfolg und uns allen weitere mutige und kämpferische Schritte der Solidarität gegen die Erpressung und Profitpläne von Stellantis!

Im Namen von OFFENSIV (Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit)

Steffen Reichelt (Betriebsratsmitglied), Oliver Wähnert, Marco Gehrmann, Bernd Mietzner, Karl-Heinz Wittmann (Vertrauensleute der IG Metall)

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1. Mai

Solidarität jetzt erst recht: Der 1. Mai in Bochum wird auch 2021 stattfinden!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde!

Hiermit laden wir alle Kollegen aus den Betrieben, Gewerkschafter, fortschrittlichen politischen und gesellschaftlichen Kräfte ein und rufen dazu auf, sich am 1. Mai aktiv an unserer

Kundgebung ab 10 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Bochumer Rathaus

zu beteiligen.

Der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter muss gerade auch in diesem zweiten Jahr der Corona-Pandemie für jedermann sichtbar und auf der Straße stattfinden.

Am 27.04. hat der DGB seine Kundgebung, an der wir uns beteiligen wollten, abgesagt. Als aktive Gewerkschafter und Mitglieder der IG Metall kritisieren wir diesen Schritt und werden die Auseinandersetzung darum in unserer Gewerkschaft führen. Gerade heute bedeutet Solidarität, den Widerstand auf die Straße zu tragen gegen die Konzerne, die uns Arbeiterinnen und Arbeitern mit Arbeitsplatzvernichtung, Lohnraub und Verlängerung der Arbeitszeit die Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise auflasten wollen. Solidarität bedeutet in der Corona-Pandemie vor allem auch, den Protest gegen das verheerende Krisenmanagement von Bundesregierung und Landesregierungen zu organisieren. Während gerade Großbetriebe wie der unsere heute regelrechte Hot-Spots der Pandemie sind, verhindern Monopolkonzerne und ihre Regierungen jede auch noch so kleine Belastung der Profite.

Gerade in der zurückliegenden Tarifrunde und den Warnstreiks haben wir Gewerkschafter doch bewiesen, dass kämpferische Kundgebungen und Demonstrationen unter strikter Einhaltung des Infektionsschutzes möglich sind. Deswegen haben wir entschieden, unsere zunächst als traditioneller Auftakt geplante Kundgebung deutlich zu erweitern:

  • Kommt am 1. Mai zur Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz in Bochum!
  • Beteiligt euch aktiv mit euren Transparenten und Fahnen, nutzt selbst das Offene Mikrofon für Redebeiträge von maximal drei Minuten!
  • Wir befürworten die Durchführung einer kämpferischen Demonstration im Anschluss an unsere Kundgebung!
  • Unsere Kundgebung findet selbstverständlich unter strikter Einhaltung des Infektionsschutzes mit Mindestabstand von 1,5 Metern und Mund-Nasen-Bedeckung statt.
  • Gebt Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance! Sogenannte „Querdenker“ sind von unserer Kundgebung ausdrücklich ausgeschlossen.

Für Nachfragen und die Anmeldung von Reden und kulturellen Beiträgen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit solidarischen Grüßen

Steffen Reichelt (Mitglied des Betriebsrats)

Oliver Wähnert (Ersatzbetriebsrat und Vertrauensmann der IG Metall)

Marco Gehrmann (Ersatzbetriebsrat und Vertrauensmann der IG Metall)

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IAC zum 1. Mai

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