Pressemitteilung

Opel Bochum: Lüge vom „sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau“ offen gescheitert – Konzern kündigt 39 Mitarbeitern, Betriebsräten und schwerbehinderten Kollegen

In der vergangenen Woche hat die Geschäftsleitung der Adam Opel AG beim Betriebsrat 39 Kündigungen beantragt. Davon betroffen sind auch drei amtierende Betriebsräte sowie elf schwerbehinderte Mitarbeiter – darunter Klaus Leymann, Betriebsrat der Liste OFFENSIV. Ihm und weiteren kämpferischen Kollegen wird bislang aus offensichtlich politischen Motiven ein Ersatzarbeitsplatz im Werk 3 verweigert. Sie sollen nun mit einer Änderungskündigung zum Wechsel nach Rüsselsheim oder Eisenach gedrängt werden. Gegen diese Diskriminierung schwerbehinderter Kollegen und Unterdrückung von Betriebsratsarbeit wird OFFENSIV mit allen politischen und juristischen Mitteln vorgehen.

Diese Kündigungen sind alles andere als ein Zeichen von Stärke der Geschäftsleitung. Sie spiegeln ihre Verunsicherung wider angesichts des immer offensichtlicheren Scheiterns ihrer Lüge vom „sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau“:

Die Anfang Oktober von der Werksleitung verbreitete Pressemeldung, wonach 99 Prozent der rund 3.000 Bochumer Opelaner bis zum 30.09.14 den Aufhebungsvertrag unterschrieben hätten, entlarvt sie nun selbst als Lüge. Auch abzüglich zahlreicher Kollegen, die nach Anfang Oktober noch einen Aufhebungsvertrag unterzeichneten, an die Standorte Rüsselsheim und Eisenach wechselten oder einen neuen Arbeitsplatz außerhalb des Konzerns fanden, haben mehr als ein Prozent der Erpressung standgehalten. OFFENSIV gratuliert den Kollegen zu ihrer Unbeugsamkeit und si-chert ihnen die volle Unterstützung und Solidarität in der weiteren Auseinandersetzung zu.

Die vollmundige Drohung der Personalabteilung, allen verbleibenden Kollegen zum Anfang Januar eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen, hat sich als reiner Einschüchterungsversuch erwiesen. Der Hintergrund für die nun ausgesprochenen Änderungskündigungen: Opel scheut die Entlassung von Mitarbeitern und die damit einhergehende Öffentlichkeit und Gerichtsverfahren.

Im Antrag an das Integrationsamt NRW auf Zustimmung zur Kündigung schwerbehinderter Mitar-beiter behauptet Opel-Personaldirektor Wangemann, dass die Adam Opel AG nach der Schließung von Werk 1 keine Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Bochum mehr habe. Das widerspricht ganz offensichtlich der eigenen Bekanntmachung, dass das Werk 3 ab Februar 2016 nicht mehr als Joint Venture mit Neovia Logistics betrieben, sondern wieder vollständig an die Adam Opel AG übergehen soll.

Weitere Termine in den laufenden Gerichtsprozesse von Kollegen unserer Liste gegen die politisch motivierte Verweigerung von Arbeitsplätzen im Werk 3 sowie in naher Zukunft auch gegen die nun ausgesprochenen Kündigungen entnehmen Sie bitte unserer Webseite unter

https://offensivbochum.wordpress.com/termine

Das nächste Treffen von OFFENSIV, auf dem unter anderem das weitere Vorgehen gegen die Kündigungen beraten wird, findet statt am Sonntag, 15.02.2015, ab 11.00 Uhr im Café am Stern „Cheese“, Alte Bahnhofstraße 180, Bochum-Langendreer.

Für Nachfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Annegret Gärtner-Leymann

Klaus Leymann

Steffen Reichelt

(Betriebsräte der Liste Offensiv)

 

150129 Offensiv Presseerklärung

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