Erklärung

Skandal: Betriebsratsspitze betreibt Entlassung von Christian Kowoll

Wir berichteten im vorletzten OFFENSIV-Flugblatt vom 24. Januar bereits über die erneute Kündigung unseres Kollegen Christian Kowoll. Was zuerst keiner glauben konnte, hat sich nun bestätigt: Die Kündigung erfolgte auf ausdrücklichen Antrag der Betriebsratsspitze in Rüsselsheim, namentlich des stellvertretenden BR-Vorsitzenden U. Baum, sicherlich aber nicht ohne Absprache mit Wolfgang Schäfer-Klug. Die Begründung (die OFFENSIV schriftlich vorliegt) ist eine skandalöse offene Diskriminierung: Christian sei Mitglied der MLPD, würde deshalb den sogenannten „Betriebsfrieden“ stören und außerdem einem Leiharbeiter-Kollegen den Arbeitsplatz wegnehmen! Unabhängig davon, wie man im Einzelnen zu OFFENSIV steht – dass Betriebsräte ihre Funktion missbrauchen, um aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten eine Kündigung durchzusetzen, statt Kündigungen zu verhindern – das kann kein Kollege dulden! Das muss Uwe Baum sofort öffentlich zurücknehmen und sich dafür rechtfertigen.

Christian verkörpert die Grundlinie von OFFENSIV, die ganzen Jahre konsequent um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu kämpfen und die Werksschließung nicht zu akzeptieren. Hier nochmal ein kurzer Rückblick: Christian unterschrieb 2015 den Aufhebungsvertrag nicht, wurde bei der Arbeitsplatzvergabe für Werk 3 benachteiligt, kämpfte vor Gericht erfolgreich gegen eine Änderungskündigung nach Rüsselsheim und erklärte sich dann im November 2017 vorbehaltlich der Gerichtsentscheidung bereit, in Rüsselsheim zu arbeiten – so wie Opel es wollte. Nach einigen Wochen Arbeit dort erhielt er am 8.1. die (nun dritte) Kündigung in Rüsselsheim, gegen die er ebenfalls selbstverständlich klagt. Nach dem Gütetermin wurde seinen Rechtsanwälten dann die Stellungnahme des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Uwe Baum mitgeteilt. Auch der Bochumer BR-Vorsitzende Murat Yaman ist involviert: als Vertreter des letzten Betriebsrats erhielt er am 15.12. den Antrag der Geschäftsleitung auf Kündigung von Christian und widersprach dem nicht. Auch informierte er den restlichen Betriebsrat nicht, was seine Pflicht gewesen wäre. Ein unterlassener Widerspruch gegen eine Kündigung innerhalb der Wochenfrist ist rechtlich gleichbedeutend mit einer Zustimmung. Murat, Betriebsräte sind dazu da, Kündigungen zu verhindern, nicht ihnen zuzustimmen, weil einem jemand vielleicht nicht gefällt! Oder hast du schon die Logik eines Schäfer-Klug und der Geschäftsleitung übernommen?

Wir fragen: Wie kommt Uwe Baum überhaupt auf den Vorwurf der MLPD-Mitgliedschaft? Wird jetzt jeder kämpferische Kollegen als MLPD-Mitglied abgestempelt und damit auch noch zum Freiwild erklärt? Man kann unterschiedliche Meinungen zur MLPD haben. Es gibt immer unterschiedliche Ansichten über den Kapitalismus und eine Alternative dazu. Darüber kann man sich in der Arbeiterbewegung solidarisch auseinandersetzen. Was die BR-Spitze aber betreibt, ist eine offene Unterdrückung anderer Meinungen. Die MLPD unterstützt auf jeden Fall seit über 20 Jahren den Kampf bei Opel und organisiert die Solidarität. Wer unter „Betriebsfrieden“ die vollständige Unterwerfung unter die Profitinteressen von PSA/Opel versteht, könnte sich natürlich gestört fühlen. Will die Betriebsratsspitze so die Kritik an ihrem Co-Management, an ihrer Unterwerfung unter die Profitlogik, abbügeln? Wenn Argumente ausgehen, war es schon häufig eine Methode, mit Mobbing gegen unliebsame Kolleginnen und Kollegen vorzugehen.

Gerade jetzt, wo PSA-Chef Tavares zum Angriff auf uns Arbeiter übergeht, schlägt sich die Betriebsratsspitze damit voll auf die Seite der Geschäftsführung, statt sich für den Zusammenschluss der Arbeiter aus allen Werken gegen die Angriffe des Vorstands einzusetzen. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz und um die Übernahme aller Leiharbeiter steht auf der Tagesordnung. OFFENSIV kämpft in Bochum schon seit Jahren und aktuell im Bochumer Zentrallager aktiv um jeden Arbeitsplatz – auch gegen die Entlassung und schlechte Bezahlung von Leiharbeitern. Und dann soll ein Kollege, der in diesem Kampf vorne dran steht, verantwortlich sein für die Entlassung eines Leiharbeiter-Kollegen? Die Geschäftsführung entlässt die Leiharbeiter und betreibt Zwangsversetzungen von Eisenach und Gliwice nach Rüsselsheim und Bochum. Wer den Kampf dagegen spaltet, macht sich mitverantwortlich – und nicht derjenige, der den Kampf dagegen führt.

Für OFFENSIV war und ist die unverbrüchliche Solidarität mit diesen Kolleginnen und Kollegen Selbstverständlichkeit. Das entspricht auch dem gewerkschaftlichen Grundgedanken der Solidarität.

Wir fordern die sofortige Weiterbeschäftigung des Kollegen Christian Kowoll bei Opel!

Für Gewerkschaften als Kampforganisationen!

Macht mit bei OFFENSIV!

180313 Offensiv Pressemitteilung – Skandal: Betriebsratsspitze betreibt Entlassung von Christian Kowoll

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