Pressemitteilung

Zweite Niederlage von Opel bei dem Versuch, Christian Kowoll zu kündigen!

Am Dienstag, 20. März, hat das Landesarbeitsgericht Hamm auch die zweite Änderungskündigung von Christian Kowoll durch die Opel Automobile GmbH für unrechtmäßig erklärt. Damit ist Christian nun mehr als drei Jahre nach der Schließung des Werks I in Bochum ungekündigt, obwohl Opel sich weiterhin weigert, ihn zu beschäftigen. Dieser erneute, großartige Teilerfolg ist Ergebnis seiner Unbeugsamkeit sowie der großen Solidarität und Unterstützung durch seine Kollegen und Freunde!

Zum Hintergrund: Christian Kowoll hatte es im Zuge der Bochumer Werkschließung abgelehnt, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Zusammen mit vielen anderen hatte er konsequent gegen die Schließung von Werk I gekämpft. Er war und ist bis heute nicht bereit, sich seine Rechte als Arbeiter abkaufen zu lassen, was er auch am Dienstag bei Gericht deutlich zu verstehen gab. Bei seiner damaligen Bewerbung auf die Ersatzarbeitsplätze im Zentrallager von Opel/Vauxhall in Bochum (ehemaliges Werk III) wurde er gezielt hintergangen; das hatte die 3. Kammer des LAG Hamm im November 2016 festgestellt. Die erste Änderungskündigung durch Opel vom Januar 2015, mit der Christian entweder ins Werk Rüsselsheim oder in die Arbeitslosigkeit gezwungen werden sollte, wurde vom LAG Hamm bereits für ungerechtfertigt erklärt. Die unmittelbar darauffolgende zweite Änderungskündigung sah das Gericht nun völlig zurecht als unzulässige Wiederholungskündigung an und erklärte auch sie für unwirksam.

Schon im Vorfeld dieses Gerichtstermins ereignete sich ein Skandal, der das ganze politische Ausmaß dieser Auseinandersetzung verdeutlicht. Vorbehaltlich der Entscheidung des LAG Hamm hatte Christian im vergangenen November die Arbeit im Opel-Werk Rüsselsheim aufgenommen – so, wie Opel es von ihm verlangt hatte. Am 8. Januar erhielt er dann dort eine dritte Kündigung. Noch unfassbarer als diese Tatsache allein ist die Begründung, dass diesmal der Rüsselsheimer Betriebsrat seiner Beschäftigung widersprochen habe, weil Christian Kowoll einem Leiharbeiter bzw. Jungfacharbeiter die Aussicht auf einen Arbeitsplatz wegnähme und außerdem Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) sei. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Opel-Vorstand zur Zeit auf Druck der Groupe PSA im ganzen Konzern Hunderte Leiharbeiter entlässt und den Jungfacharbeitern eine Übernahme verweigert: seit wann ist die Mitgliedschaft in einer linken Arbeiterpartei, welche hier ohnehin nur unterstellt wird, für Betriebsräte Anlass, die Entlassung eines Kollegen zu fordern? Der Rüsselsheimer stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Uwe Baum, der das uns vorliegende Schreiben namentlich unterzeichnete, sowie der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Murat Yaman, der dieser Kündigung bewusst nicht widersprach und der bereits bei der Benachteiligung von Christian Kowoll in der Vergabe der Bochumer Ersatzarbeitsplätze federführend war, machen sich hier ganz offen zum Vollstrecker einer arbeiterfeindlichen, unterdrückerischen Personalpolitik des Konzernvorstands.

Gegen die dritte Kündigung hat Christian Kowoll selbstverständlich ebenfalls Klage erhoben, ein Kammertermin hierfür ist vor dem Arbeitsgericht Darmstadt am 26. April angesetzt.

Wir von der Betriebsratsliste OFFENSIV bei Opel in Bochum kennen und schätzen Christian Kowoll seit Jahren als kämpferischen und unbeugsamen Arbeiter und Gewerkschafter. Er kandidierte auf unserer Liste bei den Betriebsratswahlen 2014 auf dem Höhepunkt des Kampfs gegen die Werkschließung, wodurch er, wie andere unserer Kollegen auch, den ganzen Hass der Werksleitung und des Vorstands auf sich zog. Es war und ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass sein Kampf gegen die Kündigungen und für einen Arbeitsplatz in Bochum oder Rüsselsheim unsere gemeinsame Sache ist.

Für detailliertere Informationen, dokumentierendes Material und die Vermittlung eines persönlichen Gesprächs mit Herrn Kowoll bieten wir Ihnen gerne an, sich jederzeit mit uns in Verbindung zu setzen.

Steffen Reichelt und Oliver Wähnert

180322 Offensiv – Pressemitteilung zum Prozess Christian Kowoll gegen Opel

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