1. Mai

Markus Stockert, 21.04.2020

Mitglied der VKL der IGM und IGM Betriebsrat von tkSE Hamborn/Beeckerwerth (tkSE Du HaBe)

An die IGM Duisburg/Dinslaken, IGM Bezirksleitung NRW, IGM Vorstand, DGB Region Niederrhein

Offener Brief zur Durchführung eines kämpferischen 1. Mai

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit diesem Brief wende ich mich an euch und die Gewerkschaftsmitglieder mit der Forderung: Heraus zum 1. Mai, trotz Corona, gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die breiten Massen und die Arbeiterinnen und Arbeiter!

Es ist unser gemeinsames Interesse, den 1. Mai als Kampf-und Feiertag der Arbeiterklasse zu begehen. Das ist auch für die internationale Arbeiterbewegung ein wichtiges Signal des Zusammenhaltes. Seit 130 Jahren ist der 1. Mai die Manifestation der Arbeiterklasse, im Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung und für Frieden und Freiheit. Lediglich in den Jahren des Hitler-Faschismus, konnte er nicht durchgeführt werden. Es entwickeln sich gute Initiativen für den 1. Mai, wir hatten in der VKL ja auch besprochen Transparente zu machen für die Tore, Videostatements zu erstellen und uns auch an der Digitalen Aktion des DGB zu beteiligen. Ich halte es aber die generelle Absage von Kundgebungen und Demonstrationen vom DGB Vorstand am 1. Mai für falsch und das die IGM dies akzeptiert, als ein falsches Signal.

Natürlich sollten wir unter der Berücksichtigung der Corona-Pandemie überlegen, wie wir ihn konkret gestalten. Ein gutes Beispiel sind die gewerkschaftlichen Aktionen der Sitech-Kollegen in Hannover und der IGM in Leipzig, die kleine Demos mit Schildern usw. durchführten, sie trugen Mundschutz, hielten den Sicherheitsabstand von zwei Metern ein usw. Auch in den Betrieben produzieren die Kollegen, z.T. unter besonderen Schutzvorkehrungen. Dann können wir das am 1. Mai erst recht!

Die Corona-Pandemie dient den Konzernen als Begründung, ihre Pläne zur Abwälzung der Krisenlasten auf die Belegschaften beschleunigt durchzusetzen. Das erleben wir derzeit auch im thyssenkrupp-Konzern, wo 3000 Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Das können wir doch nicht stillschweigend hinnehmen! Ein wichtiger Grund für uns Stahlarbeiter, am 1. Mai auf die Straße zu gehen! Diese geplante Vernichtung von Arbeitsplätzen existiert nicht erst seit Corona. Seit über einem Jahr befinden wir uns in einer neuen Weltwirtschafts-und Finanzkrise, die natürlich durch Corona extrem verschärft und vertieft wird. Die Regierung schnürt Milliardenpakete, die hauptsächlich den großen Konzernen zugutekommen. Die Gesundheit der Mitarbeiter interessiert sie nur scheinheilig, so sieht „gemeinsam durch die Krise!“ für die Konzernvorstände aus.

Es ist auch ein falsches Signal, dass die Gewerkschaftsführung, über die Köpfe der Mitglieder hinweg und ohne die gewerkschaftliche Kampfkraft zu organisieren, Krisenabschlüsse wie bei Metall oder bei Stahl aushandelt. Wir können unsere berechtigten Forderungen nicht einseitig am Verhandlungstisch durchsetzen. Ein Grund mehr, dass wir den 1. Mai kämpferisch begehen!

Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz, für die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich!

Unsere Gesundheit ist wichtiger als die Profite der Konzerne, sofortiger Stopp der nicht lebensnotwendigen Produktion und volle Bezahlung der Ausfallzeit!

100 % Bezahlung der Ausfallzeiten!

Statt Subventionsprogramme für die Konzerne, Investitionen in das Gesundheitswesen!

Machen wir den 1. Mai in seinem 130. Jahr zu einer starken Manifestation der Arbeiterklasse in Deutschland!

In diesem Sinne erwarte ich eure Antwort und sende euch solidarische Grüße

Markus Stockert

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