Solidarität

Solidarische Grüße aus Bochum

Liebe Eisenacher Kolleginnen und Kollegen,

zu Eurer heutigen Betriebsversammlung schicken wir Euch herzliche und solidarische Grüße aus Bochum. Vor einem Jahr waren wir zusammen mit Kollegen aus Rüsselsheim vor Eurer Betriebsversammlung, um Euch im Kampf gegen die drohende Werkschließung zu unterstützen. Auch wir können uns sehr genau daran erinnern, wie an diesem Tag der Opel-Vorstand mit der Zusage für den Mokka X die angebliche Rettung von Eisenach verkündete. Welchen Wert diese Zusage hatte, wissen wir alle heute sehr genau. Dieses falsche Versprechen sollte Euch nur vom berechtigten und notwendigen Kampf um Eure Arbeitsplätze und Euer Werk abhalten. Heute machen Tavares und Lohscheller wieder scheinbar große Versprechungen – und wieder geht es nur darum, uns hinzuhalten und gegeneinander auszuspielen.

Bei uns in Bochum werden seit Monaten weit über 100 Kollegen aus Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Mit ihren Niedrigstlöhnen versucht Opel, das Tarifgefüge in unserem Warenverteilzentrum zu zerschlagen. Jetzt sind dem Vorstand von PSA und Opel selbst die Leiharbeiter zu teuer. Viele von ihnen sollen zum Jahresende abgemeldet und in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Soviel zur Lüge von Lohscheller, es gäbe keine betriebsbedingten Kündigungen! Um unsere Leiharbeiter-Kollegen zu ersetzen, sollen offenbar Kollegen aus Eisenach und Gliwice gezwungen werden, Familie und Freunde zurück zu lassen und als Wanderarbeiter bei uns in Bochum zu arbeiten. Wenn Ihr gegen diese Pläne des Vorstands den Kampf aufnehmt, habt Ihr unsere ganze Solidarität. Wenn Ihr aber nach Bochum kommen solltet, dann seid Ihr hier herzlich willkommen, und wir werden das nutzen, die Einheit und den Zusammenhalt der Konzernbelegschaft weiter zu festigen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor einem Jahr im Dezember wurde uns Bochumern der Zutritt zu Eurer Betriebsversammlung von der Werksleitung verwehrt. Leider gab es damals auch keine Unterstützung durch Euren Versammlungsleiter. Wir wissen, dass seit Jahren im ganzen Konzern, und leider auch in unserer IG Metall, gegen die Bochumer gehetzt wird: wir seien selber Schuld an der Werkschließung, weil wir 2013 den sogenannten „Sanierungstarifvertrag“ abgelehnt haben. Dieser Vertrag, mit dem wir Bochumer unsere eigene Werkschließung unterschreiben sollten, war damals übrigens von Berthold Huber führend ausgearbeitet worden. Heute wissen wir besser als je zuvor, dass unser klares Nein zu dieser Erpressung völlig richtig war. Am vergangenen Dienstag vor drei Jahren lief in Bochum das letzte Auto vom Band. Bis heute sind rund 1 000 unserer Kollegen weiterhin ohne Arbeit. Die Versprechungen, die Euch sowie den Kollegen in Rüsselsheim und Kaiserslautern damals gemacht wurden, sind heute das Papier nicht mehr Wert, auf das sie geschrieben wurden.

Wir alle können und müssen unsere Lehren daraus ziehen, und die richtigen Entscheidungen treffen: Nie wieder dürfen wir eine solche Spaltung der Konzernbelegschaft zulassen. Wenn wir uns im ganzen Konzern und auch mit unseren französischen und spanischen Kollegen bei PSA zusammenschließen und gemeinsam den Kampf um unsere Arbeiterinteressen, für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Familien aufnehmen, dann können wir die Pläne des Vorstands verhindern! Solange wir noch Autos produzieren und Ersatzteile ausliefern, solange haben wir auch die Macht, gegen Werkschließungen, Arbeitsplatzvernichtung und Lohnraub zu kämpfen – eine andere Sprache verstehen die Kapitalisten von PSA und Opel nicht.

Glück auf!

Mit den besten Grüßen von OFFENSIV aus Bochum

Steffen Reichelt (Betriebsrat der Liste OFFENSIV)

Raymund Körber (Vorstand von OFFENSIV)

171207 Offensiv – Solidarische Grüße an Eisenacher Kollegen

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Flugblatt

Ab sofort ist unser neues Flugblatt Nr. 85 online und wird im Betrieb verteilt!

Aus dem Inhalt:

  • BR-Wahl 2018: Wir brauchen mehr Demokratie, nicht weniger!
  • Demokratische Urwahl einer IGM-Reserveliste – was ist das, und wie geht das?
  • Letzte Meldung: Tavares macht Druck und will Geld zurück!
  • Internationaler Informationsbrief GM-PSA Nr. 12 (Auszüge)
  • Nach Jamaica: Offene politische Krise jetzt entschlossen ausnutzen!
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Geburtstagskasse

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Solidarität

 

Liebe Offensiven!

Ich habe mich ganz besonders über eure Solierklärung gefreut. Ihr erlebt selbst oft sehr harte Repressionen. Oftmals sind sie verpackt im Mobbing.

Ihr wart Pioniere darin, solche Attacken öffentlich zu machen und massenhaft dagegen vorzugehen, anstatt sie persönlich zu nehmen oder gar als selbstverständlich anzusehen.

Das ist ein sehr wichtiges Verdienst von euch. Auch in meinem Fall haben manche gesagt, man solle den Faschisten nicht noch Publikum verschaffen, indem man das Ganze publiziert.

Aber das ist hundertprozentig falsch und die starke Solidaritätsbewegung zeigt die überlegene Kraft. Herzlichen Dank und euch alles Gute weiterhin!

171005 Offensiv – Solidaritätserklärung an Monika Gärtner-Engel

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Solidarität

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Solidarität

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Solidarität

Betriebe sind kein rechtsfreier Raum!

Unser Stuttgarter IG-Metall-Kollege Siegmar Herrlinger, seit 39 Jahren beschäftigt bei der VW-Tochter Porsche, hat heute eine fristlose Kündigung bekommen!

Siegmar hat auf Betriebsversammlungen und in der Öffentlichkeit und als Kandidat zur Bundestagswahl (bei der MLPD/Internationalistischen Listen) die Umweltvergiftung durch Abgas-Manipulationen und die Verstrickung von Porsche kritisiert. Porsche hatte bereits versucht, ihm Hausverbot zu erteilen und von einer Betriebsversammlung fern zu halten und hat alle Gerichtsprozesse dagegen verloren – Siegmar blieb im Betrieb. Nun hat Porsche mit einer fristlosen Kündigung nachgelegt – die vor Gericht ebenso wenig Bestand haben wird.

Erfahrungen mit Repressalien haben auch wir in Bochum und andere Kollegen in der Autoindustrie in den letzten Monaten gemacht: Kollegen sollten in ihrem Vertretungsrecht durch Betriebsräte beschnitten werden, Flugblattverteilung und Kundgebungen vor Werkstoren wurden mit Polizeieinsätzen behindert, freie Meinungsäußerung in und außerhalb des Betriebs warden gemaßregelt, in manchen Betrieben wurden völlig absurd sogar Unterschriftensammlungen (!) für betriebliche Belange oder das Entgegennehmen eines Flugblatts einfach mal kurzerhand für „illegal“ erklärt. Die allermeisten der erteilten Abmahnungen und Drohungen hatten auch hier vor Gericht keinen Bestand und mussten zurückgenommen werden.

Offenbar ist es Methode: völlig unabhängig von der Rechtslage und davon, ob man am Ende einen Prozess verliert, schüchtern die Konzerne die Kollegen ein, behindern ihre freie Meinungsäußerung und Recht auf politische Betätigung in ihrer Freizeit, stellen sie in eine kriminelle Ecke, ganz nach dem Motto „irgendetwas wird schon hängen bleiben“. Damit beugen die Unternehmen geltendes Recht – wenn Rechte und Freiheiten zwar auf dem Papier weiter gelten, in der Praxis aber nicht ausgeübt werden können, da man sonst mit Abmahnung, Mobbing, gar Kündigung zu rechnen hat, die man höchstens in aufwändigen Rechtsstreits wieder los wird. Betriebe dürfen keine rechtsfreien Räume – „No-go-Areas“ für kritische Kollegen werden!

Dies ist kein Problem allein der betroffenen Kollegen. Ohne kritische Kollegen im Betrieb werden sich die Arbeits- und Lebensbedingungen aller verschlechtern! Wer heute noch nicht betroffen ist, kann schnell der nächste sein, und dann gibt es keinen mehr, der die Rechte der Arbeiter verteidigen wird. Man muss auch nicht mit allen ihren Positionen, betrieblich oder (partei-)politisch einer Meinung sein – jeder Demokrat muss aber ihr Recht auf diese Meinung verteidigen.

Dazu rufen wir alle Gewerkschafter, Parteien, Verbände – die ganze demokratische Öffentlichkeit auf!

einstimmig verabschiedet auf dem Sommerfest der Betriebsratsliste OFFENSIV am Samstag, 9. September, in Bochum

 

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